Lehrstuhl für Rechtsphilosophie und Öffentliches Recht

Hermeneutik in Recht und Religion

Inhalt

Seminarankündigung

Im Sommersemester 2016 biete ich gemeinsam mit Prof. Dr. André Munzinger von der Theologischen Fakultät folgendes Seminar an:

„Hermeneutik in Recht und Religion“

I. Fragestellung

Was haben Recht und Religion gemeinsam? Wie können Rechtswissenschaft und Theologie ins Gespräch kommen? Beide greifen auf eine gemeinsame Tradition der Hermeneutik zurück. Beide müssen maßgebliche Texte interpretieren, anwenden und vor allem: diese Texte verstehen. Wir wollen in einer Übung Klassiker der Hermeneutik von Platon bis Gadamer lesen und zugleich unterschiedliche Interpretationen dieser Werke kennenlernen. Dabei werden wir darauf achten, die jeweils andere Disziplin besser verstehen zu lernen. Im Zentrum unseres Interesses steht demnach auch die Frage, was die beiden Norm- und Textwissenschaften Theologie und Jurisprudenz verbindet – und was sie trennt.

II. Programm

Das Seminar ist in zwei Teile untergliedert. Im ersten Teil werden wir uns jeweils im Abstand von etwa zwei Wochen an fünf Abendterminen im laufenden Semester treffen, um gemeinsam Texte zur Entstehung und Entwicklung der Hermeneutik als allgemeiner „Kunst der Interpretation“ zu lesen und zu diskutieren. Dabei steht im Fokus unserer Auseinandersetzung auch eine „Hermeneutik der Hermeneutik“: Um nicht der Illusion anheimzufallen, dass es einen unverstellten Zugriff zum Originaltext oder gar zum „Autor selbst“ geben könnte, wollen wir die „klassischen“ Texte, etwa von Platon oder Schleiermacher, nicht nur jeweils für sich, sondern zugleich bereits im Licht unterschiedlicher Interpretationen lesen.

Der zweite Teil des Seminars wird verblockt in einer ganztägigen Sitzung am Semesterende stattfinden. An diesem Tag sollen vor dem Hintergrund des erarbeiteten Wissens zum allgemeinen Stand der Hermeneutik spezielle Kontroversen aus Sicht der Theologie und der Rechtswissenschaft debattiert werden.

 III. Ablauf

1. Sitzung, 21. April 2016: Einführung

2. Sitzung, 28. April 2016: Platon und Platon-Rezeption (Hans Georg Gadamer, Jean-Luc Nancy)

3. Sitzung, 12. Mai 2016: Friedrich Schleiermacher und Schleiermacher-Rezeption (Manfred Frank, Werner Hamacher)

4. Sitzung, 23. Juni 2016: Sigmund Freud und Freud-Rezeption (Paul Ricoeur, Jacques Lacan)

5. Sitzung, 07. Juli 2016: Hans Georg Gadamer und Gadamer-Rezeption (Jacques Derrida, Jürgen Habermas)

6. Sitzung: Blockveranstaltung, 25. Juli 2016:

- Hermeneutik im Recht (Josef Esser, Martin Kriele, Karl-Heinz Ladeur)

- Hermeneutik in der Religion (Rudolf Bultmann, Ingolf Dalferth)

- Hermeneutik in Recht und Religion (Pierre Legendre)

IV. Ort und Zeit

Die Termine des ersten Teils werden in Raum 327 in der Leibnizstr. 4 jeweils von 18-20h stattfinden. Die Blockveranstaltung wird am 25. Juli 2016 ganztägig, von 10-18h, stattfinden.

V. Texte

Die gemeinsam zu lesenden und zu diskutierenden Textausschnitte werden jeweils vorab auf der Homepage des Lehrstuhls online gestellt und sind dann unter www.augsberg.jura.uni-kiel.de/de/lehrveranstaltungen abrufbar. Das Paßwort wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Veranstaltung mitgeteilt.

VI. Einführende Literatur

- Jean Grondin, Einführung in die philosophische Hermeneutik, Darmstadt, 3. Aufl. 2011

- Matthias Jung, Hermeneutik zur Einführung (Junius), Hamburg 2012

 

Interessenten können gerne nähere Informationen zum Seminar erfragen unter augsberg@law.uni-kiel.de.

Dozent(en)

Termine

Literatur

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