Lehrstuhl für Rechtsphilosophie und Öffentliches Recht

Seminar: Die Aufgabe der (juristischen) Hermeneutik

Inhalt

I. Fragestellung und Vorgehen Wer von juristischer Methode spricht, denkt zunächst an Auslegungsregeln. Rechtswissenschaft ist offenbar primär Textwissenschaft. Dass dem „law in the books“ ein „law in action“ kontrastiert wird, bildet danach schon einen zweiten Schritt, der die Textbasierung des klassischen juristischen Verfahrens zum Ausgangspunkt nimmt. Diese Prämisse der klassischen Rechtsmethodologie soll im Kolloquium kritisch untersucht werden. In Form gemeinsamer Lektüre und Diskussion ausgewählter Texte wollen wir nicht nur Grundzüge der traditionellen philosophischen Hermeneutik erarbeiten, sondern hiervon ausgehend fragen, inwieweit das hermeneutische Projekt für eine moderne Rechtstheorie noch vielversprechende Ansätze liefert – oder ob umgekehrt eine moderne, zunehmend auch auf transnationale Phänomene bezogene Rechtswissenschaft sich von der Vorstellung einer Textbasierung des Rechts und den damit zusammenhängenden methodischen Verfahren verabschieden muss. II. Themen 1. Die Entstehung der Hermeneutik: Wilhelm Dilthey 2. Das Gegenmodell zur patristischen Interpretationslehre: Rabbinische Hermeneutik 3. Die Etablierung der Hermeneutik als Wissenschaft: Friedrich Schleiermacher 4. Hermeneutische Phänomenologie des Daseins: Martin Heidegger 5. Die „Urbanisierung der Heideggerschen Provinz“: Hans Georg Gadamer 6. Die Etablierung einer „juristischen Hermeneutik“: Josef Esser und Arthur Kaufmann 7. Literarische oder juristische Hermeneutik? Ronald Dworkin vs. Stanley Fish 8. Hermeneutik und Rhetorik: Paul de Man 9. Ende oder Reinterpretation des hermeneutischen Ansatzes?(Post)moderne Perspektiven (Gianni Vattimo, Werner Hamacher, Jean-Luc Nancy) 10. Die Aufgabe der juristischen Hermeneutik heute

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